Mittwoch, 14. August 2013

Guten Morgen Vietnam!

Lieber Klaus-Peter,

Es ist Mittwoch 14.8., 05:30Uhr in der Früh. Ich wache auf. Ich schwitze und mir ist unendlich heiß. Wir stehen. Ich sitze mit Günther und Achim im VIP-Liege-Bus 1km vor der Grenze mit Vietnam. Wir sind auf dem Weg nach Ho-Chi-Minh-Stadt im Süden Vietnams. Wir fahren 5min weiter, überqueren ohne Probleme und sehr durchorganisiert die Grenze und sitzen nun wieder im Bus. 3h später: Wir erreichen Ho-Chi-Minh-Stadt. Glücklicherweise ist unser Hostel gleich hier in der Nähe, auch wenn die ganzen Tuk-Tuk Fahrer sagen, es sei viel zu weit zum Laufen. Wir treffen auf Janny und Hanni (deutsch). Sie saßen bei uns mit im Bus. Wir verabreden uns für heute Abend um in eine „Skybar“ im 22. Stock eines Hotels zu gehen. Es ist kurz vor Mittag. Wir gehen in unser Hostel. Es ist schön. Ich habe ein Doppelbett für mich alleine. Wir verlassen das Hostel wieder und laufen durch Ho-Chi-Minh-Stadt. Es ist sehr groß. Der Straßenverkehr ist verrückt und die Moped-Quote liegt bei gefühlten 100% bei einer Führerschein-Nicht-Vorhandensein-Quote von 78%. Der Tag vergeht. Diese Stadt ist nicht für Spaziergänge gemacht, denke ich. Es ist 18.30Uhr. Wir essen zu Abend, gehen duschen (das macht man mind. 2 mal am Tag) und laufen in Richtung „Skybar“, wo Janny und Hanni ab 20Uhr sein wollten. 

20min später: Wir haben uns verlaufen und nehmen ein Taxi. Der Taxifahrer fährt los, aber auch er kennt den Weg nicht. Er ruft jemanden an, daraufhin erreichen wir die „Skybar“ gegen 20.41Uhr. Wir werden nicht hineingelassen. Wir müssen auf eine strikter Kleiderordnung beharren, die aus festem Schuhwerk (haben wir) und langen Hosen (haben wir zu einem Drittel) besteht, teilt uns eine nett-gekleidete Dame soeben mit. Günther und ich haben eine kurze Hose. Wir überlegen. Wir könnten uns lange Hosen für wenig Geld kaufen, schlage ich vor. Wir gehen zu einem nahegelegenen Stand. Ich kaufe eine Marken-Jogginghose für 5 US-Dollar. Günther tut es mir gleich. Wir ziehen die Hosen, sehen total behämmert aus, laufen aber selbstbewusst in das Hotel und befinden uns nun im Aufzug. Diese Idioten, denke ich. Wir kommen oben an und treffen auf Janny und Hanni. Die Bierpreise hier sind mehr als westlich und total überteuert. Egel, dafür ist der Ausblick überragend. 1 Stunde später verlassen wir die „Skybar“, gehen in lokale Läden, trinken Bier für 0,50Cents und treffe auf lustige Leute. Den einzigen schwierigen Augenblick hatte ich grade eben. Es ist 3Uhr in der Früh und aus Versehen habe ich einen Mann in diesem „Club“ angestoßen (wir haben ausdrucksstark getanzt). Es ist ein Polizist. Sein Kollege steht ein paar Schritte weiter. Günther diskutiert mit ihm. Wir gehen nun lieber, schlägt Achim vor. Wir gehen. Nun sitze ich auf meinem Bett. Die Klimaanlage funktioniert nicht. Egal, Vietnam ist super! 

Montag, 12. August 2013

Eine Fahrradtour durch Sihanoukville, Kambodscha.

Lieber Klaus-Peter,

es ist Montag 11:54Uhr. Ich wache auf. Es ist warm. Ich gehe duschen. Es gibt nur kaltes Wasser. Ich werde wach. Achim, Günther und ich gehen frühstücken. Ich esse Hamburger mit Pommes. Ich bin erkältet. Und das bei diesen Temperaturen, denke ich, vielleicht haben ja diese Klimaanlagen etwas damit zu tun. Ich frage den Hostel Menschen, wo wir uns Fahrräder ausleihen können. Entweder 30m von hier oder ihr kauft euch eins für ca. 20Dollar, antwortet er. Wir entscheiden uns für ersteres. Der Radverleiher ist ein richtiger Geschäftsmann. Er klärt uns über alle Risiken hier im Verkehr auf, sagt wir sollen unsere Reisepässe im Hostel lassen und gibt uns eine selbstgeschriebene Rechnung. Es ist 14Uhr. Wir fahren los. Unser Weg soll entlang der Küste gehen, ein wenig hügelig, aber schön, stellen wir es uns vor. 



Eine halbe Stunde später: Günther hat einen Platten. Glücklicherweise ist 50m von hier eine „Werkstatt“. Ein netter Kambodianer macht sich sofort an die Arbeit und repariert. Keine zwanzig Minuten später: 1 Dollar bitte, sagt er. Wir fahren weiter. Ich bin begeistert. Die Fahrradtour ist super angenehm. Es ist 15Uhr. Wir machen am Viktory-Strand Pause und gehen schwimmen (Das Viktory-Gebiet ist bekannt für nette „Hostess-Bars“). Das Wasser ist wärmer als unsere Dusche, scherzt Günther. Ich muss lachen. Wir fahren weiter, passieren den alten Hafen und lassen den stillgelegten Bahnhof links liegen. Nach einem hügeligen Anstieg ist Günters Fahrrad erneut platt. Wir fahren zurück zum Fahrradverleiher. Er will 3 Dollar Reparaturgebühren haben. Wir beschweren uns, schildern ihm die Situation und fahren mit neuem Fahrrad weiter. Diesmal in die andere Richtung, um an einem etwas weiter entfernten Strand Pause zu machen.

Zwischendurch sehen wir arme Menschen, die am Strand leben oder in heruntergekommen Hütten hausen. Direkt hinter jenen Hütten, fängt der touristische „Otres“ Strand an. Hier ist alles ziemlich „verwestlich“. Wir suchen uns eine schöne Strandbar aus und genießen den (Augen)blick mit einem Kaffee am Strand. Es ist 17.30Uhr. Es beginnt zu dämmern. Wir fahren zurück, geben die Fahrräder ab und gehen in einem authentischen Khmer-Restaurant essen. Es ist lecker. Ein in Kambodscha lebender Ire „arbeitet“ hier und spricht Touristen an. Er sei Künstler und lebe schon länger hier in Sihanoukville. Seine Zähne spiegeln diese Zeit deutlich wieder. Er tut mir leid. Es ist 21Uhr. Wir gehen zurück zum Hostel. Nun sitze ich im Gemeinschaftsraum. Soeben hat die Happy-Hour begonnen. Ich bestelle nichts, da ich zu erschöpft vom Tag bin. Die Musik ist gut. Morgen Nacht geht es nach Vietnam, da muss ich fit sein. Ich schlafe mit schniefender Nase ein.

Sonntag, 11. August 2013

Zum ersten Mal Wasser: Der thailändische Golf.

Lieber Klaus-Peter,

Es ist Sonntag, 9Uhr. Achim und ich stehen auf, packen unsere Sachen und gehen Eier, Brot und Banane frühstücken. Es ist kurz vor 11Uhr. Wir verabschieden uns von Mechtild. Sie fährt heute Abend nach Bangkok, wir anderen drei wollen weiter gen Sünden nach Sihanoukville, ein Strandort am thailändischen Golf. 17 Minuten später: Wir steigen in den Bus und fahren los. Ich schlafe ein. Es ist 12Uhr. Ich wache auf und friere. Der Bus ist unendlich kalt. Die Klimaanlage läuft wie verrückt. Günther, neben mir sitzend, hat mitgedacht und einen Pullover mitgenommen: einen Pullover bei gefühlten 40Grad Außentemperatur, verrückt!, denke ich. Wir halten an, essen innerhalb von 20min relativ viel und fahren nun weiter. Nach weiteren 2 kalten Stunden erreichen wir Sihanoukville. 

Hier am Busterminal (ein wenig von der Innenstadt entfernt) warten wie so häufig unzählige Tuk-Tuk Fahrer (diesmal sind es „echte“ Tuk-Tuks; keine Mopeds mit Anhänger). Wir nehmen ein Tuk-Tuk und wollen zum „HooHa“ Hostel. 13Min später halten wir bei dem „Zona Beach“  Gästehaus. Das Hostel hat den Besitzer gewechselt, sagt ein Mann der auf uns zukommt. Achim, Günther und ich glauben ihm nicht und sagen dem Tuk-Tuk Fahrer, dass wir nach „Monkey Repulic“ wollen. Das Hostel ist abgebrannt, fährt der Mann fort. Wir glauben nichts mehr, steigen ins Vehikel ein, fahren 2min und sehen, dass „Monkey Republic“ tatsächlich abgebrannt ist. Wir gehen ins benachbarte „BigEasy“. Wir fühlen uns schlecht, dass wir so unfreundlich zu dem Mann waren. Es ist 17Uhr. Wir laufen durch die Stadt. Es ist ziemlich touristisch hier. Wir laufen den Strand entlang, essen eine stinkende Frucht (Durian) und setzen uns in einer der unendlich vielen Strandbars. Es ist 20:33Uhr. Ich lege mich kurz schlafen. Eine Stunde später, gehe ich zurück zu Achim und Günther. Hier im Hostel ist jede Stunde eine andere Getränke Happy Hour. Es ist günstig. Wir laufen Richtung Strand und stauben bei 3 Bars jeweils ein Freibier ab (In Tausch gegen Flyer). Generell ist es hier noch günstiger: Es laufen viele Prostituierte rum, auch wenn man sie nicht auf den ersten Blick erkennt. Es ist kurz nach Mitternacht. Nun sitzen wir am Strand und reden darüber, wie der alte, hässliche westliche Mann neben uns sich für eine von zwei Kambodianerinnen entscheiden muss. Kein schöner Anblick. Wir gehen zurück in die Bar und trinken noch ein bisschen günstige Getränke. Es ist 3Uhr in der Früh. Ich liege im Bett. Es gibt keine Bettdecke. Warum auch: es ist immer noch  sehr warm.

Samstag, 10. August 2013

Nachdenklich in Kambodscha.

Lieber Klaus-Peter,

Es ist Samstag der 10.8., 8.15Uhr. Ich werde wach. Ich bin in Phnom Penh, in Kambodschas Hauptstadt (Achim, Günther, Mechtild und ich sind hier gestern hingefahren). Achim und ich stehen auf und suchen etwas zum Essen. Mechtild und Günther bleiben noch im Zimmer. Wir stehen vor einem Straßen-Restaurant und kommunizieren mit unseren Händen. Es klappt. Wir setzen uns und genießen ein vorzügliches kambodschanisches Frühstück. Es ist 10:15Uhr. Wir laufen zurück zum Hotel und holen die anderen beiden. Wir verlassen alle gemeinsam das Hotel und fahren in Richtung „Tuol-Sleng-Genozid-Museum“. Wir wollen etwas über Kambodschas grausamer Vergangenheit erfahren. Wir betreten das Museum. Unsere Führerin erklärt uns, dass während des 3,66 jährigem Völkermordes in diesem Gebäude ca. 20.000 intellektuelle Menschen gefoltert und verschleppt/getötet wurden (zu den sogenannten „Killing Fields“, 16km von hier entfernt). Welche Ironie, dass dieses schreckliche Folter-Gebäude früher einmal eine Schule war, denke ich. Ich werde nachdenklich. 

Es ist 13Uhr. Wir trinken einen Eis-Kaffee zu Mittag und fahren nun mit einem Tuk-Tuk in Richtung der eigentlichen „Killing Fields“. Es ist 14:15Uhr. Noch immer sind wir im Tuk-Tuk. Es sieht so aus, als ob es gleich wieder anfängt zu regnen. Es fängt an zu regnen; wie verrückt. Unser Tuk-Tuk Fahrer macht ein Wetter-Schutz um sein Fahrzeug, damit seine teuren Gäste nicht nass werden. Er fährt einfach weiter. Sein pinkes Plastik-Regencape ist alles; nur nicht sehr wasserabweisend. Er ist sehr nass, als wir 15min später die Killing Fields-Gedenkstätte erreichen. Die Stimmung ist noch trauriger und nachdenklicher als im Museum zuvor. Ich rede während des ganzen Rundgangs kein einziges Mal  (Wir haben eine Audio-Führung). Die Schädel der Verstorbenen im Gedächtnis-Stupa lassen nur erahnen wir grausam es hier vor weniger als 40 Jahren vorgegangen sein muss. 

Es ist 16:30Uhr. Wir fahren zurück. Statt der normalen 23min bis in die Stadt, brauchen wir 80min. So einen Verkehr habe ich noch nie gesehen. Hier scheint jeder nach eigenen Regeln zu fahren. Es ist 19:00Uhr. Wir kommen an. Meine Nasenhöhlen müssen sich noch immer von der Fahrt grade eben erholen (Es gab sehr viel Gestank und Abgase). Wir betreten ein Restaurant, essen versehentlich bestellte Ameisen und laufen entlang der schönen Fluss-Promenade am königlichen Palast vorbei. Wir trinken ein schnelles Bier in einem kambodschanischen Restaurant. Während Günter und Mechthild noch hier bleiben, laufen Achim und ich schon zurück zum Hotel. Es ist kurz vor Mitternacht. Ich liege im Bett und lasse den Tag Revue passieren: Welch‘ außergewöhnliche Eindrücke.

Donnerstag, 8. August 2013

Die Tempel von Angkor.

Lieber Klaus-Peter,

Es ist 7:45Uhr. Achims Wecker klingelt. Wir stehen auf, duschen, frühstücken und treffen gegen 8:40Uhr unseren Tuk-Tuk Fahrer von gestern wieder. Wir  fahren gemeinsam los. Mechtild (eine Italienerin, die wir im Bus kennengelernt haben) fährt mit uns mit. Wir fahren eine kurze Weile, kaufen Eintrittskarten für die Tempel von Ankgor. (Angkor (wörtlich Stadt) war bis zum 15. Jhd der Mittelpunkt der Khmer und war einmal die größte Hauptstadt der Welt mit mehr als 1,5 Mio Einwohner. Lediglich die Templeruinen sind heute noch übriggeblieben.) Es ist kurz vor 11Uhr. Wir kommen an. Ich zähle unendlich viele Touristen. Nun stehe ich vor der Angkor Wat Ruine, dem größten religiösem Tempelkomplex der Welt. Ich bin ziemlich beeindruckt und weiß gar nicht, wovon ich zuerst ein Foto machen soll.  

Ich trenne mich von meiner Reisgruppe und erkunde das Tempelgebiert auf eigene Faust. Ich schwitze und sehe viel. Auf dem Rückweg laufe einen ein wenig abseitsgelegenen Pfad zurück. Ich sehe ein Waisenhaus mit vielen orangen Mönchen. Ich laufe zurück, treffe die anderen wieder und tausche ekelig schmeckende Kekse gegen ein silbernes Armband von einer Kambodschanerin die seltsamerweise „Hallo, wie geht es dir“ als deutschen Wortschatz vorbringt. Wie fahren weiter zum nächsten Tempel. Ich merke schnell, dass ich die ganzen Eindrücke hier nicht verarbeiten kann. Die gesamte Szenerie hier ist wie aus einer vergessenen Welt und wirkt ziemlich unreal mit ganz realen lustigen Affen. 

Es ist 13.30Uhr. Nachdem es wieder einmal wie blöd geregnet hat, gehen wir bei der Tante unseres Tuk-Tuk Fahrers was essen. Ihre Tochter holt uns ab. Wir kommen an den Tisch, essen gut und trinken viel, auch wenn das Essen relativ teuer ist und die ganzen anderen touristisch aussehenden Menschen darauf schließen lassen, dass unser Tuk-Tuk Fahrer mit seiner Verwandtengeschichte ein wenig geschwindelt hat. Wir essen auf. Wir setzen unsere Tempel-Tour fort und beenden die Besichtigung mit dem Tempel im dem „Tomb Raider“ gedreht wurde. Hier wird deutlich, dass die Natur mächtiger ist als von Menschenhand erbautes: An den verwunderlichsten Stellen wachsen Bäume.

 Es ist 18:30Uhr. Wir fahren zurück zum Hostel und machen von der Happy-Hour Gebrauch, die noch eineinhalb Stunden geht und 0,4l Bier für 0,50 US-Cent verspricht. Wir treffen eine Australierin und einen Japaner. Es ist 21.15Uhr. Wir gehen auf die schon gestern entdeckte Bar-Straße und finden ein Restaurant mit Bier für 0,50 Cents die ganze Nacht. Die Nacht wird lang. Zeitsprung: Es ist 4Uhr. Nachdem ich Achim und Günther verloren hatte und stattdessen mit 2 Österreichern und einem Belgier in einen traditionellen Kambodschanischen „Club“ gefahren bin, liege ich nun im Bett. Morgen kann ich ausschlafen, denke ich und schlafe mit angeknipster Nachttischlampe ein.

Mittwoch, 7. August 2013

Unter den Blinden, ist der Einäugige König.

Lieber Klaus-Peter,


es ist 8Uhr. Ich stehe auf und gehe duschen. trotz 3-stündigem Schlaf, bin ich verwunderlicherweise immer noch müde und ziemlich kaputt. Es hilft nichts. Günther, Achim und ich wollen heute nach Siem Reap, Kambodscha fahren und uns die alten Ankgor Tempel angucken. Ohne Frühstück verlassen wir das Hotel, um mit dem Taxi zum Busterminal zu fahren. Es ist 10:40Uhr. Wir kommen an und können glücklicherweise direkt in einen wartenden Bus einsteigen. Die Fahrt ist entspannt. Ich schlafe viel. Nach ca. 3 Stunden erreichen wir die Grenze Thailand/Kambodscha. Es dauert ein wenig länger. Da hier alles gut organisiert abläuft, bin ich aber gut gelaunt. Es ist 15Uhr. Wir verlassen das Immigrations-Büro, fahren mit einem gratis Shuttle-Bus zum Busterminal und können direkt in den Anschlussbus nach Siem Reap einsteigen. Es ist 18.30Uhr. In einem Restaurant, machen wir Pause und essen zu Abend. Auf einmal fängt es heftig anzuregen. Jetzt hat es wieder aufgehört. Wir sitzen am Tisch und unterhalten uns über Kambodschas Geschichte. Ich werde nachdenklich. Bis 1979, haben die „Roten Khmer“ (ein radikale, nationalistische Partei/Guerillabewegung) das Land in den Ruin getrieben und über 2 Mio Menschen getötet. Der derzeitige Premierminister hat während des Bürgerkrieges ein Auge verloren. Mein Reiseführer trifft es zynisch auf den Punkt: Unter den Blinden, ist der Einäugige König. Wir essen auf und fahren weiter. Gegen 20Uhr erreichen wir Siem Reap. Ich fahre zum ersten Mal Tuk-Tuk. Unser Fahrer bietet sich an, damit er Beschäftigung hat, uns morgen zu den Tempeln zu fahren Wir bejahen. Wir laufen noch kurz durch die Straßen. Auf der Bar-Straße wird mir alles zu viel. Überall trinkenden Menschen, zu laute doofe Musik und Lichter. Wo bin ich hier gelandet. Ich fühle mich an Bangkok erinnert. Ich fühle mich unwohl. Gut, dass ich jetzt im Bett liege. Hoffentlich sind es die Angkor Tempel wert, hier hingekommen zu sein, denke ich. Ich bin gespannt und freue mich auf morgen.


Dienstag, 6. August 2013

Startpunkt: Bangkok

Lieber Klaus-Peter,

Ich bin zurück. Es ist Montag, der 5.8. 22:28Uhr. Ich sitze im Flugzeug nach Bangkok. Mein Plan ist in ein wenig Fernost-Asien zu bereisen und herum zu gucken. Ich schlafe ein. Sechs Stunden später: Ich erreiche Abu Dhabi, steige aus, putze mir die Zähne und steige in ein anderes Flugzeug wieder ein, um die thailändische Hauptstadt anzufliegen. Ich schlafe ein, wache auf und schwitze. Ich bin immer noch im Flugzeug. Es hat sich noch nicht bewegt. Mit einer Verspätung von 2 Stunden lande ich in Bangkok am Folgetag kurz vor Mitternacht. Ich suche die Bahn, die mich in Bangkoks Innenstadt bringen soll, finde sie und treffe auf einen Vietnamesen, der beruflich hier zu tun hat. Er hat einen asiatisch klingenden Namen. Er stellt sich aber mit „Leo“ vor, da es sein Mittelname sei. Auf seiner Visitenkarte finde ich nichts von „Leo“. Wir erreichen die Endhaltestelle und verabschieden uns. Es ist heiß und sehr schwül. Ich schwitze. Ich suche ein Taxi, nehme das zweibeste und spare dadurch 80%. Ich erreiche das Hotel in dem ich mich mit Günther und Achim treffen möchte. Günther und Achim sind zwei alte Schulfreunde von mir aus Deutschland. Wir haben vor, die nächsten zwei Wochen gemeinsam herumzufahren und alles anzugucken. Es ist kurz nach Mitternacht. Günther und Achim sind nicht im Hotel. Ich rufe Günther an. Ich warte ein wenig. Günther kommt auf mich zugelaufen. Er scheint angetrunken (später soll sich jener Verdacht erhärten). Er freut sich riesig mich zu sehen. Ich mich auch. Wir gehen zur nahegelegenen Bar-Straße. Viele junge Menschen trinken; überall gibt es Musik und leuchtende Dinger. Meine Reize überfluten. Wir setzen uns an einen Tisch, an dem schon Achim mit fremden Menschen sitzt. Auch er freut sich. Es ist 2:15Uhr. Immer noch trinken wir Bier. Im Laufe des Abends treffe ich viele verrückte Menschen. Es ist 4:30Uhr. Soeben haben wir aufgehört Bier zu trinken. Ich liege im Bett. In 3 Stunden muss ich wieder aufstehen, dann geht es nach Kambodscha. Keine Zeit für einen Zeitzonenkater, denke ich und schlafe hundemüde ein.