Lieber Klaus-Peter,
es ist Freitag der 13. Der
Wecker sagt 9.30Uhr. Günther und ich befinden uns in einem Hotelzimmer in
Brookfield, Wisconsin (Hier werden wir heute traurigerweise unser Auto abgeben.
Die letzten zwei Tage sind wir nur gefahren. Ein Highlight dieser Zeit war ein
Mann, den wir in einem Hotel getroffen haben: Sein Beruf ist Golfbälle-Sammler.
An jenem Tag hatte er 3000 Stück gefunden) Wir stehen auf, gehen duschen und
gehen zum Frühstück. Hier sitzen nur alte Menschen. Sie bekommen mit, dass wir aus
Deutschland sind (ausländisches Gäste sind scheinbar nicht so üblich hier.) und
fangen an uns voll zu labbern. Wir essen auf und verlassen das Hotel, um das
Auto zum Treffpunkt zu bringen. Nach 5 Minuten Fahrt fragt Günther mich, ob ich
den wichtigen Umschlag hätte. Oh, Mist, der muss noch im Zimmer liegen. Wir drehen
um, fahren erneut zum Hotel, holen den Umschlag und sind nun wieder auf dem
Weg. 20min später: Wir kommen an. Leider ist unserer Kontaktperson im Urlaub.
Alles ist ein wenig durcheinander. Wir warten, geben das Auto ab und warten nun
erneut bis ein Fahrer kommt, um uns abzuholen. Es fängt an zu regnen und alle
sind aufgeregt. (Hier hat es seit 1 Monat nicht mehr geregnet). Es ist
13.40Uhr. Karl kommt. Ein alter Mann, der durch Milwaukee fährt um Menschen von
A nach B zu bringen. Früher habe ich auch lange Strecken quer durch die USA
gemacht, aber jetzt bin ich für die Versicherung zu teuer, erzählt er uns. 2min
später wissen wir auch warum. Er macht eine Vollbremsung, weil er riesen großen
Pilonen auf der Straße übersehen hat.
Wir fahren zum Büro, erledigen den Papierkram, sind froh, dass alles
geklappt hat und fahren nun weiter Richtung Bahnhof.
Es ist 15Uhr. Hier sind
viele Menschen, die alle wie wir nach Chicago wollen. Glüclicherweise hat der
Zug Verspätung, sodass Günther und ich auch noch mitkönnen. Wir warten noch ein
bisschen, steigen ein und finden im letzten Wagon ausreichend freie Plätze. Ich schlafe sofort ein und bekomme auch sonst
von der Fahrt nicht so viel mit. Es ist 17.20Uhr. Wir erreichen in Chicago. Es
ist stressig hier. Viele Menschen laufen herum. Wir sortieren uns. Wir haben
nichts reserviert. Fast alles ist ausgebucht. Wir fahren zu einem Hostel, wo
vielleicht etwas frei sein könnte. Wenn nicht, dann sind müssen wir im Park
schlafen, sage ich zu Günther. Wir verlassen das Bahnhofsgebäude. Es regnet.
Ich habe ein schlechtes Gefühl mit unserer Unterkunft. Wir nehmen die
Straßenbahn (Da sie recht alt ist, sticht sie aus der neuen und modernen
Hochhauskulisse heraus)
Es ist 18.55Uhr. Wir kommen an. Lasst mich nachschauen, ob ich noch 2
Betten finde, sagt der Hostel-Mensch. Wir sind eigentlich ausgebucht, aber es
gibt noch 2 Betten in unterschiedlichen Zimmern. Nicht so schlimm, antworten wir.
Und sie kosten jeweils 70 US-Dollar pro Nacht (Das sind 2 Wochen in Bolivien im
Privatzimmer). Wie bitte?, frage ich ihn wohlwissend, dass er den Betrag
wiederholen wird. Ja an diesem Wochenende ist ein riesen Musikfestival hier und noch
mehr bla bla…Ich höre nicht mehr zu. Wir reden und versuchen viel. Es bringt
alles nichts. Die ganze Stadt ist ausgebucht und die Menschen sind bereit
unvorstellbar hohe Preise für Unterkünfte zu bezahlen. Genauso wie in diesem
Hostel. Es ist 19.20Uhr. Günther und ich beratschlagen uns. Wir haben keine
Möglichkeiten und bezahlen den Wucherpreis, damit wir doch nicht im verregneten
Park schlafen müssen. Wir bringen unsere Sachen auf unsere Zimmer, essen und trinken
Bier. Es ist 23Uhr. Wir sind beide müde und gehen mit der Erkenntnis ins Bett, dass Chicago schon jetzt unser Budget gesprengt hat.


Naja, ihr übernachtet ja auch immer in attraktive Städte, ein kleines Dorf (wie Oeding) in der Nähe von Chicago hätte ja auch gereicht. :)
AntwortenLöschenFalls ihr noch ne nacht bleibt sagt bescheid! ich war couchsurfen in chicago und hab noch kontakt zu dem... könnt bestimmt auch da schlafen ;)
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