Freitag, 27. Januar 2012

Die erste Nacht in Cocha!

Lieber Klaus-Peter,

Es ist Freitagmorgen. Mein zweiter Arbeitstag beginnt um 7 Uhr. Ich habe schlecht geschlafen und zerre mich in die Dusche. Hier ist es schön. Es ist warm. Ich putze die Zähne und laufe los, um eine Bäckerei zu finden. Verschiedene Bolivianer schicken mich in verschiedene Richtungen, als ich nach dem Weg frage. Nach einer Weile das Herumirrens, finde ich schließlich eine und kaufe ein paar Brötchen. Es ist halb 9. Ich halte ein Trufi-Taxi an und fahre Richtung Büro. Es ist kurz vor zehn  vor neun. Ich bin der zweite hier. Nur David ist schon da. Hier im neuen Büro (vielmehr ist es ein Haus) steht alles voll mit dem alten Krempel den wir hinüber getragen haben. Ich fange die verstaubten Tische zu entstauben und frage mich andauernd, warum die Menschen hier nicht vorher die alten Sachen aussortiert haben. Ich versuche meine Zeit bestmöglich zu nutzen und lese Sachen über Bolivien. Wir tragen alle Sachen, mitunter schwer, aus dem einen Raum in einen anderen. Der andere ist im Garten weiter hinten. Nun ist er voll. In Zukunft wird hier wohl keiner mehr hineinschauen. Hier ist nichts sehenswert, denke ich. Es ist zwanzig nach 12. Ich fahre Richtung Hostel, esse in der Stadt in meinem Stammlokal (es ist das zweite Mal in Folge, dass ich hier zu mittagesse. Ich finde es hat den Ausdruck verdient) und ruhe ein wenig. Ich bin müde und habe eigentlich kein Bock mehr zu arbeiten. Dennoch fahre ich zurück. Es ist halb 3. Die erste Stunde vertrödle ich. Wir schließen einige Computer an. Es ist halb 5. James und ich bauen einen Ofen hinten im Garten auf. (ein „Nachhaltiger Ofen“, macht wenig Qualm, verbraucht fast kein Holz und kann als Herd verwendet werden.) Es ist viertel nach fünf. Wir machen Pause, kochen Wasser auf und machen Humitas warm. Nach der Pause, bleibe ich noch 20 Minuten im „Büro“ und fahre um 18Uhr zum Hostel. Es ist warm. Ich kaufe Brötchen und laufe ein wenig durch die Gegend (unter anderem mache ich ein Foto von einem Weihnachtsmann). 
Es ist 21 Uhr. Ich treffe mich mit einem der Brasilianer (Harald, trinkt kein Alkohol, kein Bier, raucht nicht und nimmt auch keine anderen Drogen; Ich bin gespannt) von gestern auf ein Bier. Ich bestelle einen Liter bolivianisches Bier (aus Cochabamba). Harald bestell einen Liter Maracuja Saft. Wir reden über viele Sachen. Ich muss mich konzentrieren, damit ich Harald verstehen kann. Es ist halb 11. Miguel kommt vorbei (Ich habe Miguel bezüglich einer Unterkunft übers Internet angeschrieben. Er kommt aus Cochabamba). Er ist ein lustigaussehender, witziger, etwas kleinerer Kerl. Wir verlassen die Bar, um in eine andere zu gehen. Hier bestellt Miguel einen 1,34l Krug mit einem interessant schmeckenden Getränk drinnen. (Keiner weiß so genau, was es ist). Es ist Mitternacht. Wir wechseln den Ort. Das machen wir noch 2 oder 3 Mal am Abend. (Ich habe nicht genau mitgezählt. Entschuldige, Klaupe!). Es ist halb 6 morgens. Ich laufe mit einem komischen Typen (aus Norwegen) durch die Straßen hier. Er erzählt mir irgendwelche Frauengeschichte. Immer wieder nicke ich zustimmend und bedauere ihn innerlich. Ich bin betrunken. Keiner weiß wo wir sind. Wir nehmen ein Taxi und fahren Richtung Innenstadt. Weder der  Norweger noch ich haben noch Geld, um das Taxi zu bezahlen. Wir wollen mit einem Schlagring vom Norweger bezahlen (Er hat mir soeben erzählt, warum er einen bei sich trägt. Aber nachdem ich die Frage nach dem Grund gestellt hatte, wollte ich es schon gar nicht mehr wissen und habe nicht mehr zu gehört.) Der Taxifahrer schaut ein wenig überrascht (als würde das nicht jeden Tag passieren), überlegt, grinst und ist einverstanden. Es ist 6 Uhr in der Früh. Ich liege im Bett und bin total kaputt. Was für eine Nacht!

Donnerstag, 26. Januar 2012

Meiner neuer Job: Möbelpacker!

Lieber Klaus-Peter,

heute ist mein erster Arbeitstag. Es ist 7.45Uhr. Ich stehe auf. Geschlafen habe ich mittelmäßig, dafür ist die Dusche hier, die beste die ich je gesehen habe. (Sie hat einen großen Duschkopf und einen festen Strahl, verfeinert mit ausreichend heißem Wasser). Ich laufe los und frühstücke noch erst einmal gemütlich (8.30Uhr Beginn sei nur ein Richtwert wurde mir gestern von meinem Kollegen mitgeteilt.) Es ist viertel vor neun. Ich gehe los ,setze mich in ein Taxi und bezahle 1USD. Nach 10min Fahrt bin ich da. Ich stehe vor dem alten Büro (seit einer knappen Woche ist das Team dabei umzuziehen in ein neues Büro). Es sieht chaotisch aus. Überall stehen Sachen rum. Ein nettdreinschauender Mann öffnet mir dir Tür. James (Name geändert) kommt aus Bolivien und arbeitet für eine Schwestergesellschaft, die „Sonnen-Öfen“ herstellt. Ihn begeleitet eine süßer stinkender Hund. (Die Organisation für die ich arbeite schreibt sich „Nachhaltige/Alternative Energien“ auf die Fahne. Es werden Öfen hergestellt und vertrieben, die ausschließlich mit Sonnenlicht funktionieren (für die armen Menschen auf dem Land) Was meine Rolle genau dabei sein wird, weiß ich noch nicht.) Ich schaue mir alles an. Viele Sachen sind zu gestaubt. Gerade sind Hans (England) und Franz (USA) gekommen. Auch sie sind zwei Freiwillige hier. Sie führen mich ein wenig rum. Es ist kurz nach 10. Dave kommt. Er ist quasi der Chef hier und kommt aus den USA. Wir fangen an umzuräumen und zwei alte Autos mit genauso alten Sachen vollzupacken (Abgesehen von den Schreibtischen, frage ich mich bei sehr vielen Sachen, warum die nicht einfach weggeworfen werden). Die erste Ladung ist bereit. Wir fahren zum neuen Büro, was ein ganzes Haus ist. Es ist schöner hier: Heller, größer, neuer und mehr Klos. Auch hier gibt es einen süßen, stinkenden Hund. Wir fahren zurück und packen weiter. Wir packen alles in den Van: Eine vergammelte alte riechende Matratze, zwei leere Kisten mit Glasflaschen, einen Mülleimer (mit meiner Meinung nach, Müll drin) und einen leeren Karton. Alles wird mit ins neue Haus genommen. 

Es ist 12 Uhr. Der Beginn der Mittagspause. Sie dauert 2 Stunden, wurde mir soeben gesagt. Wunderbar, denke ich und sitze im Taxi gen Innenstadt. Ich gehe in mein vergammeltes Hostel, packe meine Sachen zusammen, gehe in ein neues günstigeres und besseres Hostel und bereite mich in meinem neuen Zimmer erst einmal aus (Ich habe Internet und drei Betten. Es lebe der Überfluss.) Ich esse ein günstiges Mitagessen (mit Nachtisch). Es schmeckt herrlich. Es ist 14 Uhr. Ich fahre zurück zum Büro und wir packen zuende. Gegen halb 6 abends sitzen wir nun hier alle ziemlich erschöpft in der neuen alten Sofaecke im neuen Gebäude. Ich bin müde. Es ist 19Uhr, ich habe einen Wohnungsbesichtungstermin mit Juan Carlos in der Nähe eines Supermarktes. Mit einer kleine Verspätung von nur 45min kommt er. Die Wohnung ist schön (2 Personen) und groß. (leider kein Internet). Ich fahre zu meinem Hostel und ruhe genau 16min, als mein zweiter Termin wartet. Es ist 22Uhr. Ein Brasilianer zeigt mir seine Wohnung ein wenig außerhalb. Das Haus ist groß und ich hätte ein (unmöbilieres) Zimmer. (Finde ich nich schlimm, denn mir reicht eine Matratze). Das Problem wären meine zukünftige Mitbewohner. (3 Brasilianer, Medizinstudenten; nicht wertend). Auf die Frage, was sie in ihrer Freizeit machen, weiss der Brasilianer keine Antwort und antwortet mit „Lernen“. Auf die Frage, was sie am Wochenende machen, antwortet er mit „Im Haus sein, außer manchmal raus fürs Mittagessen“. Na toll, hier will ich nicht wohnen, denke ich. Der Brasilianer merkt meine Abneigung nicht so wirklich und notiert sich sofort meinen Facebook-Namen. Ich fahre zurück: Das erste Mal mit einem „Trufi“ alleine (lustige kleine Vans, die hier als „Busse“ agieren. Man kann zu und aussteigen immer und überall). Es ist 22.30Uhr. Ich sitze in meinem Hostel und lasse den Tag Revue passieren. Vielleicht sollte ich einfach für immer in diesem Hostel bleiben, denke ich und schlafe gemütlich auf einem meiner drei Betten ein.

Mittwoch, 25. Januar 2012

Hallo du tolles regnerisches Cochabamba!

Lieber Klaus-Peter,

ich werde wach. Es ist 1Uhr in der Früh. Es ist Mittwoch der 25. Januar und ich sitze im Bus von La Paz  nach Cochabamba, meiner neuen Heimat für die nächste Zeit (liegt in der Mitte von Bolivien. Es soll da schön und warm sein). Es ist sau kalt hier. Ich friere. Meine Regenjacke ersetzt nur bedingt eine wollige Wolldecke. Ich packe meinen Plastik-Poncho aus und wickele meine Beine damit ein. Sieht kacke aus, aber es ist warm. Ich schlafe wieder ein. Es ist 6 Uhr in der Früh. Ich stehe am Busterminal in Cochabamba. Es weht ein laues Lüftchen. Glücklicherweise habe ich gestern Abend noch ein Hostel gebucht. Ich habe eine Adresse und laufe los. 10min später: Ich stehe vor verschlossener Tür. Ich laufe Richtung Innenstadt und will mir ein anderes Hostel suchen. Es regnet. Ich habe meine Regenjacke an. Ich irre durch die Gegend. Alle Hostels/Hotels, die ich finde sind entweder voll oder zu teuer. Es ist 7 Uhr. Ich laufe zurück zu meinem reservierten Hostel (es liegt ein wenig außerhalb) Soeben hat mir der Receptions-Mensch gesagt, dass keine Reservierung unter meinem Namen vorliegt. Perfekt, denke ich, dafür bin ich total übermüdet und mein Rücken fängt an zu schmerzen, denn mein Rucksack wird leider nicht leichter.  Ich laufe erneut Richtung Innenstadt und finde ein Hostel, das mein Reiseführer empfiehlt. Es ist billig. In beiderlei Hinsicht: Günstig und billig. Ich habe ein Zimmer für mich alleine und muss mir das „Bad“ mit allen teilen. Egal, denke ich und bereite mich im Zimmer aus. Es gibt sogar einen Schrank hier. Es ist 9Uhr. Ich erhole mich von den nächtlichen Reisestrapazen. Eine halbe Stunde später, habe ich genug vom Erholen. Ich ziehe meine Regenjacke an, mache mich auf die Suche nach Frühstück und Internet. Es regnet immer noch. Dennoch finde ich beides. Trotz Regens und Wolken beschließe ich mir Cochabamba mal genauer anzugucken. Es ist wunderbar hier. Es erinnert mich an Miami und an Quito (eine wunderbare Mischung, sage ich dir). Es ist 12.30. Ich esse zu Mittag in einem schnellen amerikanischen Feinschmecker-Restaurant (Genauso, wie an meinem zweiten Tag in Quito, denke ich und muss lachen). 
Ich laufe weiter. Entlang an einem Fluss (er ist ein wenig dreckig) und Alleen. Ich sehe eine riesige Ananas und schöne Gebäude. Es ist 18Uhr. Ich ruhe ein wenig in meiner Kammer (Der Ausdruck Kammer trifft es ganz gut). Zwei Stunden später: Nun sitze ich in meinem Stamm-Internet Cafe und trinke Bier. Gleich treffe ich mich mit einem Praktikanten, der schon seit 3 Wochen das macht, was ich ab morgen machen werde. Mal schauen, was er so sagt. Ich hoffe mal, nur Gutes. Aber die Tätigkeit muss schon wirklich blöd sein, damit sie meine Zeit hier in Cochabamba vermiesen könnte.

Montag, 23. Januar 2012

Die Todesstraße: Hilfe!

Lieber Klaus-Peter,

Es ist Montagmorgen 7Uhr. Hier ist heute Feiertag. Für mich auch, denn heute ist „Death Road“-Tag („Todesstraße“: 63km mit dem Mountainbike bergab fahren/von 4700m auf 1200m). Ich stehe auf, bin ein bisschen nervös (Ich habe mich gestern Nacht noch über jene Strecke informiert) und gehe duschen. Die Dusche ist kalt. Auf das Frühstück warte ich lange. Daher beeile ich mich. Es ist kurz nach 8 Uhr. Ich stehe bei uns im Hostel an der Reception und warte, dass ich abgeholt werde. Mir ist warm, weil ich warme Sachen anhabe. (eine Badehose habe ich auch dabei. Man soll am Ende der Fahrt, im Tal, eine Runde schwimmen können) Wir fahren los. Mit mir 2 Finnen, 3 Brasilianer und 3 Isländer. Wir fahren ca 56min in einem alten Van bergauf. Er muss sehr kämpfen. Wir kommen an. Es ist 9.15Uhr und wir stehen auf 4700m Höhe. Es ist dunkel und kalt hier, es schneit/regnet und überall liegt Schnee. Wir bekommen unsere Ausrüstung: Mountainbike, Schoner, Regenhose, Weste und Helm). Die Fahrräder sind professionell und extra für bergab Fahrten. Ich bekomme das größte Mountainbike (liegt wahrscheinlich an der Größe). Es ist 9.45Uhr. Unsere Führer erklären uns das Fahrrad und wie wir fahren sollen. Die erste Strecke sei asphaltiert, schnell und einfach. Die zweite wird Schotter und schwer. (Die eigentliche Death Road) Ich höre nicht mehr zu. Ich will unbedingt starten. 12min später: wir fahren los. Es ist sau kalt (trotz warmer Sachen), nass und dreckig. Nach 4min machen wir eine Pause. Die Gesichter aller sehen erfroren und dreckig aus. Ich finde es gut. Hätte gar nicht gedacht, dass man so schnell wird mit einem Mountainbike. Wir fahren weiter. Um 11Uhr erreichen wir den ersten Check-Punkt. Das Ende des Asphalts und der Anfang des Schotters. Das Wetter ist gut. Wir essen eine Kleinigkeit und müssen ein Eintrittsgeld für die Weiterfahrt bezahlen. Ich frage einen unseren Führer, wie schnell wir so ungefähr waren. Er antwortet mit: 65km/h. Ich kann es fast nicht glauben, bin dennoch begeistert. Wir fahren weiter. Diesmal in unserem alten Van. Die Fahrräder auf dem Dach. (Die nächsten 8km gehen bergauf. Das möchte der Tourist nicht.) Wir erreichen den Startpunkt. Es geht los. Bergab auf Schotter  ist ungefähr 4 mal schwerer als bergab auf Asphalt. Man wird nicht so schnell (man ist noch schnell), aber dafür sind überall Steine und Unebenheiten. Wir fahren weiter. Zwischendurch baue ich an 3 Stellen fast einen Unfall: Ich fahre fast in einen Graben, fast gegen einen Baum und fast  falle ich von einer Klippe. Der letzte Beinah-Crash lässt mich daran erinnern, dass es hier nicht irgendeine Straße ist, sondern die gefährlichste der Welt (auch wenn ich dachte, dass sei mehr so ein Touristen-Ding). Von nun an fahre ich vorsichtiger und bremse häufiger. 
Es ist 14.15. Nach einigen Pausen, unzähligen Fotos und Hitzeattacken später erreichen wir das Ende unseres Trips. Wir befinden uns auf 1200m Höhe. Ich bin am schwitzen und total im Eimer. Wir setzen uns in den Van, fahren zu einem nahgelegenen Hotel und essen zu Mittag. Der Swimming-Pool hier ist gut. (Vielleicht ein wenig viel Chlor oä, aber dafür riecht er nicht streng.) Wir ruhen ein wenig und fahren nun wieder zurück nach La Paz. Die beiden Finnen trinken Rum-Cola aus einer fertig abgefüllten Plastikflasche mit nackten Frauen drauf. Hier gibt’s Sachen, denke ich und versuche zu schlafen. Klappt aber nicht, denn die Musik und Ron, einer der beiden Finnen und ein wenig beschränkt sind zu laut. Es ist 19.30Uhr. Wir erreichen unser Hostel. Ich bekomme ein (Überlebens-) T-Shirt und eine Foto-CD. Ich gehe duschen und ins Bett. Was ein Tag, denke ich.  Es war anstrengender als angenommen. Nun bin ich froh, dass ich noch lebe. Aber das bestätigt mir ja mein neues T-Shirt.

Sonntag, 22. Januar 2012

Von dicken kämpfenden Frauen.

Lieber Klaus-Peter,

es ist Sonntag der 22.1.2012. Es ist 8.23Uhr als ich schreckhaft wach werde. Eine riesige Parade marschiert direkt an unserem Hostel vorbei. Die Musik ist laut. Ich lege mich wieder hin und höre Musik bis halb 10. Ich will duschen. Nun stehe ich hier im Duschraum. Die Duschen sind kalt. Ich will nicht mehr duschen. (so nötig habe ich die Dusche dann doch nicht). Ich frühstücke Brot und Tee. Ich lese solange bis Jayne und Lucy fertig sind. Es ist 12.30Uhr. Wir wollen ins Musikinstrumente-Museum (Man kann da alte bolivianische Instrumente selber spielen, habe ich gehört). Vorher essen wir Hähnchen und Nudeln (das beste Hähnchen, was ich bisher hier hatte). Wir gehen ins Museum. Es ist interessant. Man kann viele Instrumente aus Bolivien und Südamerika angucken und einige selber spielen. Nach ca. eineinhalb Stunden gehen wir wieder raus, machen einen kurzen Abstecher zum Hostel (wir müssen unser Zimmer wechseln) und sind nun in der Altstadt. Lucy und Jayne kaufen Tickets zu den „Salt Flats“. Der Drei-Tagestrip ist teuer. Mal schauen, wie ich das machen werde, denke ich (Ich buche nichts, weil ich Dienstagnacht nach Cochabamba fahre, um dort zu volontieren). Wir laufen zum Busterminal. Ich möchte ein Ticket für Dienstag kaufen. Mir wird gesagt, dass es erst am Dienstag möglich ist. Wir gehen zurück zum Hostel. Es ist kurz vor vier. Um vier fahren wir zum „Cholita Wrestling“. (Dafür ist La Paz berühmt: Alte traditionell aussehende dicke Frauen verprügeln sich und andere im Ring). Wir fahren los. Die Fahrt dauert nicht lange, aber der Weg ist schön. Wir machen eine kurze Pause, um ein Panorama Bild von La Paz zu machen.
Ca. 19min später. Wir kommen an. Es sind viele Menschen hier. Die Show beginnt. So ähnlich habe ich mir das vorgestellt. Verrückte, kämpfende Menschen im Ring und ein total durchgeknalltes Publikum. Meine persönliche Helden sind nicht die lustig gekleideten Wrestler und auch die nicht die traditionell gekleideten kämpfenden dicken Bolivianerinnen. Vielmehr begeistert mich ein Tourist, der auf der anderen Seite des Rings sitzt. (US-Amerikaner oä).  Er schmeißt ohne Ende Popcorn auf die kämpfenden Menschen, die ihm nicht gefallen. Wenn seine Popcorn Türe leer ist, kauft er sich eine neue und wirft wieder. (Das Popcorn- und andere Gegenstände-Werfen machen hier viele Zuschauen. Aber keiner macht es so leidenschaftlich, wie mein unbekannter Freund). Wir fahren wieder zurück. Ich sitze im Bus. Was ein verrücktes Erlebnis, dennoch haben die zwei Stunden gereicht, denke ich. Wir essen Straßenhamburger und laufen zurück zum Hostel. Es ist 21Uhr. Nun bin ich froh, dass ich hier bei uns im Hostel in barnähe ruhen kann. Morgen auf dem Programm steht die „Death Road“, die gefährlichste Straße der Welt. Ich bin gespannt.

Freitag, 20. Januar 2012

Die Nacht macht den Tag.

Lieber Klaus-Peter,

ich werde wach. Es ist spät: 10Uhr. Ich hole mir einen Tee. Das  Frühstück hier ist nicht gut. Wir gammeln ein wenig rum. Es ist 12.15Uhr. Wir melden uns in diesem Hostel ab und sind nun auf dem Weg zu einem anderen Hostel. Es ist der Nähe, günstiger und vielleicht nicht so laut. 3min später: Es ist riecht überall nach Farbe, es gibt weniger Duschen und Toiletten als beim voherigen, aber es ist gemütlich und günstig. Wir buchen 2 Nächte. Es ist 13.30Uhr. Wir laufen in die Stadt und finden eine günstige Mittagsessenstelle. Gerade kam die Suppe. Sie erinnert mich an deutsche Hühnersuppe, nur mit allem möglichen Inhalt. Eigentlich zählt sie schon als komplette Mahlzeit. Die Hauptspeise ist Nudeln mit Fleisch (scharf und fettig). Wir beenden das Essen und bezahlen (1,60USD). Wir schauen uns La Paz an, gehen in das touristische Viertel und vergleichen Tour-Preise. (Man kann hier sehr viele Touren machen. In unsere engere Auswahl kommen die „Salt Flats“ und die „Death Road“. Letztere soll die gefährlichste Straße der Welt sein. Man führe sie mit dem Mountainbike hinunter). Wir kaufen und beschließen erst mal nichts. Mal schauen, worauf ich Lust habe. (Der Ausdruck „Mal schauen“ könnte auch aus dem südamerikanischen Raum kommen). Es ist halb 6. Wir stehen an einem Straßenhamburger-Stand. Ich esse einen Hamburger für ganz wenig Geld. (Meinem Bauch soll es wohl schon wieder besser gehen. Der soll sich nicht so anstellen, der alte Lump). Wir gehen zurück zum Hostel und ruhen ein wenig. Es ist 21Uhr. Wir gehen in die „Bar“. (sie ist in der 2. Etage). Ich esse einen teuren Hamburger, der ähnlich schmeckt wie der, den ich vor 3,5h gegessen habe. Wir spielen Spiele, trinken billigen Alkohol und lernen ein Pärchen aus München kennen. (Sie sind nett und schon ein wenig länger hier). Wir haben viel Spaß und die Musik ist gut. Es ist 23 Uhr. Auf einmal kommt die Besitzerin dieses Hostels zu uns (sie ist eine bolivianische Engländerin). Mit ihr, ihre beiden Freundinnen (Sie sind alle alt und nicht mehr gutaussehend. Sie denken aber sie seien gar nicht alt und sehr gutaussehend). Sie sagt „Hallo“ und erzählt uns direkt, dass ihr damals in England das Kind weggenommen wurde. Hm, denke ich zynisch und beende meine Gedanken nicht. Es ist 0Uhr. Wir gehen in eine „Disco“. Sie ist genau 15 Treppenstufen unter unserem Hostel. Wir gehen hinein. Es spielt eine bolivianische Liveband. Keine 1,3min später, labert uns ein betrunkener Bolivianer voll und schenkt uns Bier ein. Ich verstehe ihn nicht. Wir tanzen. Nach und nach kommen immer mehr Bolivianer und wollen mit uns trinken (das Trinken ist hier sowas wie ein Hobby.) Ich merke schnell, dass wenn man anstoßt das Glas in einem Zug leeren muss. Die Leute werden immer lustiger. Drei verschiedene Bolivianer wollen mir gelichzeitig drei verschiedene Tänze zeigen. Ich muss lachen. Es ist halb 4 in der Früh. Wir laufen die 15 Treppenstufen hinauf, setzen uns ein wenig im Aufenthaltsraum des Hostels hin und reden mit 2 Argentiniern, die im Fernsehraum schlafen, weil kein Platz mehr im Hostel ist. Nun ist es 4Uhr. Ich liege im Bett und höre Musik. Was ein Abend, Bolivianer sind echt schon lustige Menschen, denke ich und schlafe schmunzelnd ein.

Mittwoch, 18. Januar 2012

Der erste Tag in La Paz.

Lieber Klaus-Peter,

ich werde wach. Es ist 8:30Uhr. Ich habe scheiße geschlafen. Ich konnte mich nicht entscheiden, ob es zu warm oder zu kalt ist. Ich gehe duschen. Es gibt nicht wirklich warmes Wasser. Dennoch genieße ich das kalte Nass. Jayne und Lucy liegen noch im Bett. Ich beschließe alleine Frühstücken zu gehen. (Eigentlich ist das hier gar kein Frühstück; sondern lediglich Brot und Tee). Ich lege mich in eine der beiden Hängematten, lese ein wenig und telefoniere mit Hilfe des Internets. Es ist 12 Uhr. Die beiden anderen haben es tatsächlich geschafft aufzustehen (sie können sehr langsam sein). Wir laufen los, um La Paz ein wenig zu erkunden. Ich kaufe eine Uhr für umgerechnet weniger als 4USD. Die Sonne scheint und es ist warm. Bei Treppenstufen, die die Anzahl von 3 überschreiten, komme ich ins Schwitzen und muss viel und laut atmen (liegt wohl an der Höhe). Wir laufen Richtung Park, sehen dass es eigentlich gar kein Park ist und gehen zurück zur „Altstadt“. (Ich bezeichne diese Gebiet, liegt in der Nähe unseres Hostels, nun einfach mal als Altstadt. Es gibt viele alte Menschen mit Verkaufsständen und die Gebäude sind auch nicht viel jünger (oder fertig gebaut).) Es ist 14Uhr. Jayne geht es nicht so gut. Sie hat ähnlich Probleme, wie ich gestern. (Kann an der Höhe liegen) Wir essen in einem teuren Restaurant/Cafe und ruhen ein wenig. Wir schauen uns weiter um. Überall kleine Stände und Menschen. Wir gehen zurück zum Hostel und trinken Tee mit Coca-Blätter (gegen Höhen-Beschwerden). Es ist 18.30Uhr. Wir laufen zurück Richtung Altstadt und essen in einem besseren lokalem Lokal zu Abend. Nachdem wir erneut durch die Straßen der Stadt geschlendert sind, sitzen wir nun im Aufenthaltsraum unseres Hostels. Es ist halb 10 abends. Ein Engländer, Bobbie (Name geändert, aber seine Eltern hätten ihn eigentlich Bobbie taufen sollen), erzählt mir gerade, dass er den ganzen Tag geschlafen hat, weil er die ganze Nacht gefeiert hat. Nun sei er aber wieder fit. Auf die Frage, wie lange er schon hier ist, weiß er keine richtige Antwort. Er ist unruhig und sehr hibbelig. Armer Junge, zu viel Alkohol und Cocaine an einem Stück können einen Menschen echt kaputt machen, denke ich. Egal, nun spielen wir Karten und trinken Caipirinhas für weniger als 1,50Usd. Die Musik ist sehr gut. Nicht zu vergleichen mit gestrigem Techno-Geschrammel. Es ist 00.15Uhr. Ich liege im Bett und überlege nun länger in La Paz zu bleiben. Wir werden sehen.