Sonntag, 6. November 2011

Warum denn von scheiß Ziegen, liebe Freunde?

 Lieber Klaus-Peter,


der erste Tag in Puerto Ayora, Santa Cruz beginnt. Um 7 Uhr geht mein Wecker. Ich stehe auf, dusche und gehe zum Frühstück. Für 3 Dollar ein guter Preis. Ich verlasse das Hostel und laufe los Richtung Südwest. Warum? Weiß ich auch nicht so genau. Ich laufe und mache viele Fotos. Krebse, kleine Leguane (die laufen hier wie blöd rum), Pelikane und ein dicker Seelöwe (versteckt auf einem Vorsprung hinter einer Mauer; aber da ich groß bin kann ich über die Mauer drüber gucken) versüßen mir morgens direkt den noch nicht so sonnigen Tag. Neben Tiere, werden alte Leute heute meine Hauptmotive, denke ich und mache ein weiteres Fotos von einem älteren amerikanischem Ehepaar mit Kameras und lustigen Hüten. Nach einigerer Zeit finde ich einen Eingang vom Charles Darwin Center. Eine Art Nationalpark. Dieser ist sehr berühmt. Glaube ich. Eine Aufzuchtstation für Schildkröten startet den Rundgang und überall wachsen Kakteen an Bäumen. Sehr interessant! Bei den Baby-Schildkröten mache ich eine längere Pause und sehe wie eine Schildkröte auf dem Rücken liegt. Ich fühle mich hilflos. Nach ca. 15 min kommen 2 Touristen und ein Führer vorbei. Auch diese sehen jene Schildkröte. Ich lausche, überlege, rechne und komme zu dem Ergebnis, dass das verunglückte Baby noch 10min zu leben hat, wenn nicht was passiert. Ich werde unruhig. Dies jedoch unbegründet, ein Wärter kommt und rettet die Kleine von den Strapazen. Ich laufe weiter. Aus den kleinen Schildkröten werden große Schildkröte. Sehr große Schildkröten. Untern anderem auch Der Einsame George und seine 2  Frauen.  Sie wurden damals von einer anderen Insel gerettet, als sie kurz vorm Aussterben waren. Ich gehe weiter und entdecke genauso gefährdete Leguane. Bei denen waren mitunter Ziegen die Ursache dafür. Scheiß Ziegen, Ihr seid Reptilien und seht sehr gefährlich aus: also warum von Ziegen? frage ich die faulherumliegenden Leguane (auch große Leguane liegen hier wie blöd rum) und mache eine Pause bei Darwins Finken.
 Auf dem Rückweg entdecke ich eine offene Zauntür, ein wenig abseits des regulären Weges. Ich denke nicht weiter nach und gehe, draufgängerisch wie ich bin, einfach hindurch. Ein atemraubender Ausblick, unzählige Leguane (2 von ihnen haben miteinander gekämpft: Warum? Das hab ich mich auch gefragt) und Einheimische, die mit einer Schnur (ohne Angel) Fische fangen. Ich verlasse das Gebiet, laufe in die  Zivilisation und entdecke ein Geschäft, das „Morning Glory“ heißt. Passt irgendwie, schmunzele und gehe weiter. (Anmerkung der Redaktion: „Morning Glory“ ist ein Albumtitel, der britischen Rockband „Oasis“) Ich laufe weiter, esse ein großes lokales Mittagessen für insgesamt 3,50USD (inkl. Suppe und Getränk), fahre am Nachmittag mit dem Wassertaxi zu einem deutschen Strand, der gar nicht deutsch ist, sondern nur so heißt, kehre gegen halb 6 heim und esse Kekse zu Abend. Nun liege draußen in der Hängematte und schreibe ein wenig. Welch wunderbarer Tag.

Samstag, 5. November 2011

Galapagos beginnt.

Lieber Klaus-Peter,

heute ist Freitag. Mein letzte Schultag. Gegen halb 11 bekomme ich Bescheid, dass ich das Abschluss Examen bestanden haben. Nach der Schule treffe ich mich mit Chris zum Mittagessen. Nachmittags packe ich meinen Rucksack, weil ich morgen auf die Galapagos Inseln fahre. Gegen halb 8 abends, treffe ich mich mit einigen Leute in der Stadt. Wir gehen in eine Metal-Bar und haben jede Menge Spaß. Viele Ecuadorianer, verwundert uns in der Bar anzutreffen, wollen mit uns sprechen und freuen sich. Wir betrinken uns mit dem billigsten Bier (3 für 3USD) und hören die ganze Zeit laute Musik. Gegen viertel nach 2 morgens fahre ich mit dem Taxi nach Haus. Ich bin betrunken.

Es ist Samstagmorgen 6 Uhr. Mein Wecker klingelt.  Mir geht’s nicht so gut und ich habe Kopfschmerzen. Komisch, immerhin habe ich doch fast 3,5h geschlafen. Egal, um halb 10 geht der Flieger. Am Flughafen ist alles ziemlich verwirrend. Nachdem ich mich 3mal aufs Neue am Check-In-Schalter angestellt habe, bin ich meinen Rucksack endlich losgeworden und warte nun am Gate, dass es endlich losgeht. Viele alte Menschen hier, denke ich. Nur alte reiche Menschen können sich die Galapgos Insel leisten. Und ich! Bestimmt bin ich nach  den 2 Wochen arm. Aber es wird sich bestimmt lohnen. Der Flieger startet, wir machen einen Zwischenstopp in Guayaquil, ich bleib im Flugzeug sitzen, neue Menschen kommen hinzu, wir fliegen weiter und gegen 2 Uhr erreichen wir Santa Cruz, eine der vier oder fünf bewohnten Inseln.  Am Flughafen bezahle ich 100USD Eintritt für den „Nationalpark Galapagos“,  steige in den falschen Bus (weil ich dem Lonley Planet glauben geschenkt hatte.)und fahre mit vielen alten Menschen irgendwo hin. Es ist heiß. Der Bus fährt zurück. Der nette Busfahrer lots mich zum richtigen Bus. Nach einer Bus-Schiff-Bus Kombi komme ich nach knapp 1,12h In Puerto Ayora, der größten „Stadt“ hier, an. Auf der Suche nach einem Hostel, ich hatte vorher nichts gebucht, bekomme ich bei der ersten Lokalisation eine Absage. Ich laufe weiter und finde das Hotel Espana. Hier ist es relativ (für Galapagos) günstig und ich bekomme ein Zimmer für 4 Nächte (genauer: ein Doppelzimmer, weil kein Solo frei ist). Wunderbar. Ich lagere meine Sachen hier und fange an die Insel anzugucken. Ich laufe Richtung Tortuga Bay und bin nach knapp 40min Marsch im kalten Pazifik am Schwimmen. Hier ist es nicht so schön, wie an der Nordsee, aber es ist in Ordnung. Auf dem Rückwege kaufe ich Brötchen ein. Im Supermarkt errechne ich mit Hilfe meiner Cookies-Benchmark, dass die Preise hier um ca 52,3% höher sind als In Quito. (Dies gilt jedenfalls für meine Kekse). An der Kasse steht ein Mann (nicht einheimisch) hinter mir und legt eine Flasche Rotwein und Kondome aufs Band. Genau so muss es sein, denke ich, will ihm viel Spaß wünschen, habs dann aber doch nicht gemacht. Im Hotel angekommen, lege ich mich aufs Bett und gucke irgendeinen spanischen Schrott am Fernsehen, als mir einfällt, dass ich sehr müde bin.


Dienstag, 1. November 2011

Dienstag ist ein guter Tag um zu gewinnen!

Lieber Klaus-Peter,

Es ist Dienstag. Heute ist der Hochzeitstag meiner Gasteltern. Sie sind schon mind. 30 Jahre verheiratet. Dafür gibt es morgen Mittag ein Festessen, wird mir soeben am Frühstückstisch gesagt. In der Schule habe ich eine neue Lehrerin. Sylvia; für die letzte Woche. Slyvia erzählt mir von einer am tagzuvor ausgeraubten Engländerin, die nun wieder in die Heimat geflogen ist. Sie war eine Schülerin der Sprachschule und wollte noch länger in Ecuador bleiben. Sylvia erzählt mir, dass seit der Einführung des Dollars Quito immer gefährlicher wurde. (Dollar gleich attraktive Währung für arme nicht-dollar Länder). Sie macht mir ein bisschen Angst, aber ich lasse mir nichts anmerken (denke ich). Sie betont während des Unterrichtes häufiger, dass sie eine Latina ist. Was das genau ist, weiß ich nicht. Aber sie ist sehr aufgeschlossen. Nach der Schule treffe ich mich mit Hildegard und Gertrud um auf den Pinchincha (Ein Vulkan, der direkt an Quito grenzt) zu fahren (mit dem TeleferiQo, Gondel). Auf dem Weg zum Treffpunkt, kaufe ich mein Brötchenmittagessen in einer Bäckerei ein, falle fast von einer Stufe, stoße mir den Kopf, weil Tür zu klein, zeige auf diverse Brotteilchen, kaufe diese samt Wasser, bezahle 1,40USD und freue mich. Getrud, Hildegard und ich fahren mit dem Taxi Richtung Gondelstartpunkt. Die Fahrt dauert gute 21min. Oben auf dem Vulkan angekommen, haben wir eine super Aussicht, weil das Wetter es zulässt. Wir machen viele Fotos, lassen uns von einem Deutschen fotografieren, dieser freut sich, da ich errate dass er aus NRW kommt (hat „wat“ gesagt). Wir fahren wieder runter.
Gegen halb 6 komme ich zuhause an, mache meine Hausaufgaben, esse mein zurückgelegtes Mittagessen und fahre gegen halb 8 in die Stadt. Es ist Dienstag und das bedeutet: Quiznight im FinMcCool. Wir verlieren haushoch (wie immer), ich wundere mich, was man alles wissen kann (wie immer) und ich verabschiede mich von Gertrud und hildegard, weil diese weiterreisen. Wir verabreden uns Weihnachten und Neujahr zusammen an der Küste Ecuadors zu feiern. Mir würde es gefallen. Nach dem dritten Anlauf ein Taxi zu bekommen (die ersten beiden waren einfach zu teuer) fahre ich gegen Mitternacht günstig nach Hause und falle tot ins Bett.

Die Wolken und die Striche waren in echt genauso vorhanden. (Ich weiß, komisch!)

Montag, 31. Oktober 2011

Kurzgeschichten und Kinderbücher

Lieber Klaus-Peter,

Es ist Wochenanfang. Heute gehe ich das erste Mal shoppen. Neben gebrannten DVDs (erworben legal im DVD Laden; das ich kein DVD-Laufwerk habe fällt mir erst später ein), kaufe ich Wasser und diverse Kinderbücher. Mein ganzer Stolz:

Worum es geht, weiß ich noch nicht, aber ich hoffe es bald zu erfahren. Abends essen/trinken wir ein heißes Brombeer Getränk, hergestellt in dem größten Topf der Welt (es gibt keinen größeren). Gute Nacht!

Sonntag, 30. Oktober 2011

Mindo.

Lieber Klaus-Peter,

Es ist Samstag morgen. Als ich aufstehe ist es 6:15Uhr. Dieses Wochenende wollen wir nach Mindo fahren. Mindo liegt ein wenig von Quito entfernt im Wald. Man kann da viele tolle Dinge machen, sagt man sich. Ich stehe auf, frühstücke Brot und treffe mich gegen halb 8 mit anderen Menschen der Sprachschule am vereinbarten Bahnhof. Mit dabei sind Geraldine, Olivier (französischsprechende Belgier), Aro (italienischsprechender Schweizer), Gertrud, Hildegard, Mona, meine Sonnenbrille mit Sehstärke (meine normale Brille ist beim Optiker und wird modifiziert) und ich. Nach ein wenig über 2h Busfahrt kommen wir in Mindo an. Es ist wunderbar hier. Das Wetter ist gut, genauso wie die Luft (nicht so wie in Quito mit Abgasen). Unser Hostel (8Usd) ist prima und ich glaube, das Frühstück wird auch gut. Wir laden unsere Sachen ab und machen uns direkt auf den Weg zum Wasserfall (cascada). Bis zum Eingang des Wanderweges fahren wir mit einem Van. Zwischendurch werden im Auto 4 verscheidende Sprachen für eine kurze Zeit gleichzeitig gesprochen (spanisch, italienische, deutsch, französsich). Ich bin begeistert, erzähle meine Erkundungen den anderen. Auch sie finden es lustig. Wir bezahlen 3usd Eintritt und die kraxelei geht los. Holprige Wege, Pfalnzen, Bäume und Emotionen machen den Weg ein wenig anstregend. Dafür haben wir fast nichts zu essen mit. Zwischendurch begnügen wir uns mit Keksen und Wasser. Zufälligerweise habe ich eine Badehose an, sodass ich auf einer Rutsche miten im Wald rutschen kann und aus ca 1,75m in ein arschkalten Bach fallen kann. In der Nähe des Wasserfalls kann man aus 12m Höhe hinunterspringen. Ich mache das nicht und bringe das Argument, dass ich ohne Brille nicht sehen kann, wo ich hinspringen soll (Anmerkung der Redaktion: Eigentlich hatte ich schiss). Wir laufen den Weg wieder zurück und beschließen erst einmal nichts zu essen. Ich glaube ich bin der einzige der den ganzen Tag hier essen könnte. Aber egal, wir teilen uns auf und ich gehe mit Getrude, Hildegard und Mona in eine Schokoladen-Produktionsstätte (den richtigen Namen habe ich leider vergessen). Wir machen eine Führung und Daniel, unser Führer, ist super. Wir schauen uns verschieden Pflanzen im Garten an und Daniel erzählt uns, wie alles genau funktioniert bis man 100% Schokolade hat. Diese probieren wir auch bei der anschliessenden Verkostung. Es schmeckt furchtbar. Schnell 1tonne Zucker hinzugefügt und schon schmeckt es nach Schokolade. Um halb 7 essen wir zu Abend, für 5Usd esse ich ein großes Menü. Ich freue mich, gehe gegen halb 9 mit Olivier, Geraldine und Aro in eine „classic Bar“, wir hören und schauen ZZ-Top Musik Videos und trinken Bier aus Maßkrügen. Um halb 12 bin ich froh, dass ich im Hostel`s Bett liege.
Der nächste Tag: Das Frühstück ist super! Früchte, Saft Kaffe, Brot, Eier. Als hätte ichs geahnt. Nach dem Essen machen wir uns auf Richtung Cotanbi (Zip Wire). Hierbei pflitzt man mit einer Art Seilbinde von einer Seite des „Tals“ zu anderen. Klingt spannend. Ist es  auch, denke ich mir, nach meiner ersten Catonbi Fahrt. Nach guten 2h und gefühlten 1000 Fotos (tatsächlichen) später, laufen wir den Berg wieder hinunter um zur SchmetterlingsFarm zu kommen. Dort sehen wir viele bunte Schmetterlinge und viele Kollibris (die Kollibris sind umsonst, weil draußen. Für die Schmetterlinge muss man Eintritt bezahlen. Komisch) Wir essen in einem kleinen ecuadorianischen Restaurant zu Mittag. Für mein Menü bezahle ich weniger als 4USD und bekomme mehr als genug. (ua. auch rohes Gemüse. Das soll man nicht essen (steht in jedem Reisefüher). Mir ist es egal, weil Hunger). Nach einem Kaffee in örtlichen Reggae Bar (es lief keine Musik), machen wir uns mit dem fünf Uhr Bus auf den Heimweg Richtung Quito. Zuhause angekommen, lege ich mich aufs Bett und lasse das Wochenende Revue passieren. 

Donnerstag, 27. Oktober 2011

Ich brauche eine neue Brille, vielleicht.

Lieber Klaus-Peter,

was (seit Sonntag) bisher geschah: Montag gehe ich in die Schule, nachmittags laufen wir durch die Stadt und essen. Dienstag verliert unser Team bei der Quiznight in FinnMcCool und wird vorletzter. Mittwochvormittag geht meine Brille kaputt (zwei Teile, in der  Mitte) ich rege mich auf, klebe sie in der Sprachschule mit saus starkem Sekundenkleber wieder fest, versaue mit der ganzen Kleberei den Schultisch, hoffe, dass es keiner merkt, es wurde bemerkt, aber egal, nachmittags schlafe ich den ganzen Tag.
Heute ist Donnerstag. In der Schule habe ich eine Vertretungslehrerin. Pia ist weg. Die Vertretung find ich doof. Sie sagt „Muy Bien“ obwohl ich Bullshit erzähle. Man soll schon ehrlich und direkt sein, denke ich und bin erleichtert als es halb 1 ist. Direkt nach der Schule gehe ich mit Cesar zu einem Optiker. Ich kaufe weder neue Brille noch neues Gestell und laufe weiter mit meiner geklebten Brille rum. Mein Gastpapa regt sich über den Laden auf, ich versteh nicht warum und wir fahren nach Hause zum Mittagessen. Während des Essens beschließe in ungefähr 1,3 Wochen  für eine gewisse Zeit auf die Galapagos Inseln zu fliegen (da soll es schön sein). In meinem Reiseführer (und auch sonst wo) steht geschrieben, dass man den Flug nicht übers Internet buchen sollte (und meistens auch nicht könnte). Daher fahre ich in die Stadt um in verschiedenen Reisebüros nach einem Flug zu suchen. Ist aber überall sau teuer. Dann eben morgen, denke ich und mache gegen sechs Uhr abends meine Hausaufgaben bei einem Kaffee nahe des Plaza Forch (zentraler Platz des touristischen Ausgeh-viertels). Danach treffe ich mich mit Nik (Name geändert), einem amerikanischen Mädchen mit lustigen Geschichten. Wir essen in einem ecuadorianischen Restaurant. Ich bestelle Sachen, die ich nicht verstehe und freue mich als das Essen positiv überrascht. Um halb 9 fahre ich nach Hause und der Taxifahrer redet so schnell, dass ich nichts verstehe. Ironischerweise habe ich ihm vorher erzählt, dass Spanisch eine sehr schwere Sprache ist, weil ua. alle Menschen unendlich schnell reden. Vielleicht hat er mich nicht verstanden. Ich erreiche mein Haus, mache den Computer an, buche den Flug auf die Galapagos Inseln online und hoffe, dass ich, allen Warnungen zum Trotz, meine Flugtickets irgendwie erhalten werde.

Montag, 24. Oktober 2011

Immer wieder Sonntags!

Lieber Klaus-Peter,

Es ist Sonntag und ich schlafe aus. Um halb 8 stehe ich auf und frühstücke. Ich lerne ein wenig Spanisch, lese und erkunde das Internet. Ich habe heute so das leise Gefühl, dass meine Brille mit einer hohen Wahrscheinlichkeit irgendwann kaputt gehen wird. Um kurz nach 11 fahre ich Richtung Stadt. Die Sonne scheint. Ich bin mit Chris zum Mittagessen verabredet. Der Busfahrer fährt mal wieder wie Sau. Die Busfahrer sind wie Taxifahrer, nur haben sie meistens einen Bus. In Mariscal (Innenstadt mit ganzen vielen Bars) angekommen, fällt mir auf, dass alles wie ausgestorben ist. Ich treffe mich mit Chris und erzählt mir, dass Sonntags weder Bars noch Restaurants aufhaben. 
Wir beschließen zu picknicken. Zufälligerweise habe ich eine Flasche Rotwein in meinem Baumwollbeutel mit dabei. Auf dem Weg zum 24 Horas Supermarkt, laufen wir auf der Avenida Amazonas, eine unendlich viel befahrene große hektische Straße. Nur heute nicht. Denn heute ist Sonntag und da ist sie (wie jeden Sonntag) abgesperrt für Fahrradfahrer und Jogger. Ich bin begeistert und finde die Idee grandios. Sonst sieht man hier fast gar keine Fahrräder, heute sehr viele. Wir kaufen ein. Brötchen, Kinderwurst, Käse, Kekse, Joghurt und Saft und setzen uns miten in den Carolina Park, der heute, weil Familientag, voll mit 1000 Menschen ist. Ganz bei uns in der Nähe  machen einige Leute Breakdance und Akrobatik. Chris und ich werden uns schnell einig, dass wir es auch könnten, wenn wir nur wollten. Ich esse einen weiteren Keks. Nach gut 1,43h laufen wir weiter durch den Park. Und machen kurze Zeit später vor einer Bühne erneut Pause. Wir setzen uns hin, lauschen der Ragga-Livemusik und treffen Bekannte aus Chris` Hostel. Es ist ca. 4Uhr und ich fahre nach Hause, esse was (es gibt Pizza), ruhe ein wenig und fahre gegen 8 erneut gen Innenstadt, um mit Gertrud, Hildegard, Mona, Chris und noch einigen Leuten im Hostel Karten zu spielen. Ich fahre erneut Bus. Mit dabei: der Baumwolltbeutel, die Flasche Rotwein (wir hatten keinen Flaschenöffner) und Kekse. Im Hostel ist es lustig: wir spielen Karten, lernen einen Ami kennen und trinken nun endlich Rotwein. Auf dem Heimweg teile ich mir ein Taxi mit den drei Österreicherinnen. Es lässt sich wieder bestätigen, dass Taxifahrer wie Busfahrer sind, nur eben fahren sie Taxi und keinen Bus. Lebendig und mit heiler Brille komme ich gegen 12Uhr zuhause an. Es war ein schöner sonniger Tag.